Microbrand Uhren Paradies: Infinitywatches in Prag

Wir hatten schon lange einen Städtetrip nach Prag geplant, von Berlin sind es ja auch nur ein paar Stunden mit dem Zug. Und als ich vor Kurzem Infinitywatches auf Instagram gefunden habe und mir dann kurz danach auch Knud vom Shop erzählt hat, wusste ich, dass ich unbedingt dahin musste.

Infinitywatches ist eine Uhrenboutique, die sich komplett Microbrands und unabhängigen Uhrmachern verschrieben hat. Keine Rolex, Omega, Patek oder Longines. Dafür Baltic, Echo/Neutra, Beaubleu, Brew, Vario, Dennison, DUG und so viele mehr. Natürlich wechselt das Sortiment auch bisweilen, wenn ihr also eine spezielle Uhr oder Marke sehen wollt, meldet euch am besten vor eurer Reise auf Instagram oder bucht einen Slot über die Webseite.

Infinitywatches gibt es jetzt schon seit mehr als drei Jahren, und es wurde von Ondřej und Bhanu gegründet und wird noch immer von den beiden geführt. Die Chance, dass ihr einen von beiden oder beide im Laden trefft, ist auch ziemlich hoch. Ich hatte das Glück, mich mit beiden lange unterhalten zu können, während Petr mir sehr viele Uhren gezeigt hat.

Ich mag die Atmosphäre dort, es wirk familiär, man merkt, dass alle dort wirklich begeisterte Uhrenenthusiasten sind, nicht nur Uhren verkaufen, sondern das leben. Ich habe so viel gelernt, und nicht nur gesehen. Aber viele Uhren habe ich natürlich auch gesehen. Infinitywatches ist übrigens ziemlich zentral in der Prager Altstadt und zu Fuß gut zu erreichen, egal wo euer Hotel/Airbnb ist.

Disclaimer: Es gibt keinen, dieser Beitrag ist keine bezahlte Werbung und ich habe auch keinen Rabat der sonstigen Vorteil, sondern bin nur begeistert von der Idee und Umsetzung eines Microbrand Ladens und plane schon jetzt meinen nächsten Besuch.

Jetzt kommen wir aber zu dem, weshalb wir da waren: tolle Microbrand-Uhren. Wer meine bisherigen Beiträge verfolgt hat, wird sicher schon mitbekommen haben, dass ich Uhren sowohl aus technischer Faszination betrachte, als auch als Schmuck-/Fashionaccessories sehe. Eine Uhr muss sich toll anfühlen und das schaffen Microbrands genauso wie die etablierten und hunderte Jahre alten kleineren und Luxusmarken aus meiner Sicht. Ich hatte schon Rolex am Arm, die ich zwar geschenkt bekommen habe, aber wirklich nur ungern tragen würde, und einige meiner „billigen“ Uhren werden häufiger getragen und machen genauso viel Spaß wie die besonderen Modelle. Und so ist es auch im Microbrand-Sektor. Da gibt es ja auch größere und kleinere Hersteller, nicht alle Uhren einer Marke gefallen einem oder fühlen sich gut an, obwohl sie gefallen. Und dann ist da noch das Problem, dass man diese Uhren so schwer mal ausprobieren kann, weil sie fast nur online verkauft werden oder nur in großen Städten kleine Boutiquen haben. Und Berlin gehört da leider selten bis nie dazu. Mir ist jedenfalls keine Boutique mit Microbrand-Uhren in Berlin bekannt. Und deshalb kam ich mit so viel Vorfreude nach Prag, um endlich mal viele Uhren am Handgelenk zu haben, die ich nur aus dem Internet kannte. Wir gehen rein in die Galerie.

Ich hatte noch mehr Uhren am Handgelenk, aber ich habe in all der Euphorie vergessen, alle zu fotografieren.

Microbrand-Uhren, die mir nicht so gefallen haben

Beaubleu war gar nicht meins. Die Uhr war mir zu dick am Handgelenk und alles wirkte nicht so hochwertig, wie ich das vorher auf den Fotos und Rendern wahrgenommen hatte. Lustige Idee mit dem schwebenden Zeiger, aber die neueren Uhren müssten mich irgendwann schon sehr überzeugen, um sie mir nochmal anzusehen. Auch von Baltic hätte ich mehr erwartet. Sie wirkt zwar wertiger, und ich mag den vintage-look der Uhren wirklich sehr, aber die Proportionen waren nicht ganz für mein Handgelenk gemacht. Ich suche schon länger die richtige salmonfarbene Uhr für mich und werde wohl nie eine Patek Calatrava 6196p erwerben, aber die Baltic war mir zu ausgewaschen. Ich möchte irgendwann nochmal die größeren Uhren von Baltic anprobieren, 36mm ist auch einfach nicht meine Größe, obwohl ich nicht so einen wirklich großes Handgelenkumfang (17,5cm) habe. Dasselbe gilt auch abgeschwächt für die beiden Arcange Uhren, die mit 37 mm etwas größer sind, aber mir auch leider nicht ganz gepasst haben. Denn das filigrane Vintage-Design hat mir richtig gut gefallen, schön dünn sind sie auch noch und wirkten sehr gut verarbeitet. Ich hätte gern die Salmon-Variante gesehen, aber die war leider an dem Tag unterwegs und wurde fotografiert. Die Dennison Uhren finde ich wirklich witzig und sehen am Handgelenk deutlich besser aus, als als Render, waren aber einfach nicht meins. Meine Partnerin hat allerdings lange überlegt, im Endeffekt waren es nur nicht ihre Farben.

Microbrand-Uhren, die mir gut gefallen haben

Kommen wir zur Kategorie der Uhren, die mich zwar nicht sofort umgehauen, aber dennoch sehr beeindruckt haben: Alle drei Uhren von Echo/Neutra haben mir wirklich gut gefallen. Die Rivanera Picollo mochte ich am meisten und ich freue mich, dass davon eine Salmon/Pinke Variante gerade veröffentlicht wurde, die ich mir unbedingt mal ansehen muss. Die Uhr ist zwar klein, aber das steht mir bei Tanks besser, als bei runden Uhren. Die normale Rivanera sah auch gut aus, war mir dann aber etwas zu groß. Die Averau ist eine richtig tolle Uhr, die mit der sehr realistisch gestalteten Mondphase hervorsticht, aber dennoch weiterhin eine stylische und zurückhaltende Toolwatch bleibt. Die Proportionen sind genau richtig und die Verarbeitung ist großartig. Hätte ich mich nicht so sehr in die DUG verliebt, hätte ich schwer damit gekämpft, ob ich sie mitnehmen soll. Aber als Tool-Watch war sie mir zu ähnlich der DUG und ich hatte mir fest vorgenommen, nicht mehr als eine Uhr in Prag zu kaufen – bei diesem Besuch jedenfalls.

Microbrand-Uhren, die mir außergewöhnlich gut gefallen haben

Fangen wir mit der Maen Manhattan 37 Ultra Thin an. Was für ein tolles Zifferblatt. Und wie dünn die Uhr ist und sich dementsprechend toll an mein Handgelenk anschmiegt, war beeindruckend. Hätte ich nicht gewusst, dass ich absehbar meine Rolex Pistachio bekommen würde, hätte ich die Maen sofort mitgenommen als meine grüne Uhr. Ich habe sie mir online schon lange angesehen, dachte aber immer, dass sie nicht ansatzweise so hochwertig sein würde, wie die Render suggerieren, aber ich lag falsch und sie fühlt sich in Realität noch besser an als es online zu erahnen ist. Ich bin mir sicher, dass ich irgendwann eine Maen Manhattan zu meiner Sammlung hinzufügen werde, nur noch nicht in welcher Farbe.

Gleiches gilt für die Brew Metric Anniversary Limited Edition. Ich schaue mir die Brew Uhren schon lange online an, war mir aber nicht ganz sicher. Und die Super Metric hat mir auch nicht am Handgelenk gefallen, weil sie mir zu klobig war. Aber die Metric war wie die Maen super dünn, anschmiegsam, und das Design hat mich wirklich umgehauen, und ich musste hart kämpfen, um mein Prinzip, nur eine Uhr in Prag zu kaufen, wirklich auch einzuhalten. Wie die Metric gefunkelt hat in der Sonne, nicht zu viel, sondern genau richtig. Toll.

@uhrenrekursion_tiktok

Brew Metric Anniversary Edition in sunny Prague @Brew Watch Co. #brew #brewmetric

♬ original sound – Sickickmusic

Die Microbrand-Uhr, die ich in Prag bei Infinitywatches gekauft habe

Die Purist von Deutsche Uhrenmanufaktur Glashütte (DUG) war einer der Gründe, warum ich unbedingt zu Infinitywatches wollte. Ich hatte sie schon lange auf dem Radar, eigentlich seit der Veröffentlichung, aber bis dato noch keine Möglichkeit gehabt, die Uhr auch am Arm zu tragen. Und was soll ich sagen, seht selbst:

Die Uhr ist noch schöner, als ich dachte, und trägt sich wirklich phantastisch sowohl am Stahl- als auch am Lederarmband und ist genau die Alltagsuhr, die ich mir eigentlich von der Traska Venturer erhofft hatte, die ich vor gut einem Jahr gekauft hatte, aber nie ganz damit zufrieden war. Die DUG ist klassischer, aber sehr robust gebaut und ich trage sie ständig. Sie ist seit Prag die Uhr, die ich mit Abstand am häufigsten am Handgelenk habe, und manchmal vergeht die initiale Begeisterung für Uhren nach dem Kauf ja recht schnell, aber das war bei der DUG gar nicht der Fall und ich erfreue mich immer noch fast täglich an ihr. Ich schreibe bei Zeiten auch noch eine Review der DUG.

Aber zurück nach Prag. Nachdem ich die DUG gekauft habe, hat mir Petr noch seine Uhr gezeigt: eine Laine P37 mit einem wahnsinnig interessanten Zifferblatt, das je nach Blickwinkel von Lila zu Blau wechselt. Habe ich so noch nicht gesehen:

Wir haben noch lange über Uhren, das Geschäft, das Micro Praha Festival im November und tschechisches Bier gequatscht. Ich habe mich noch über meine Galo beschwert, weil der Rotor bisweilen klemmt, obwohl sie ganz neu ist, und Ondra hat mir angeboten, dass sein Uhrmacher mal draufschauen kann, wenn ich die Uhr über Nacht dalasse. Für mich ein guter Grund, am nächsten Tag nochmal wiederzukommen und meine Galo läuft seitdem wie eine Eins.

Ich werde sicher wiederkommen und hoffentlich auch zur Micro Praha im November kommen, wenn es zeitlich passt. Wenn ihr in Prag seid, schaut mal bei Infinitwatches rein, ich bin mir sicher, ihr werdet dort genauso viel Spaß haben wie ich. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Besuch bei Ondřej und Bhanu.

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