Galo Novo Cruisin‘ 318 Review: Die perfekte Vintage-Sommeruhr?

Ich weiß gar nicht mehr genau, wo ich die Galo Novo Cruisin‘ 318 das erste Mal gesehen habe, entweder auf Reddit oder auf Instagram. Aber ich weiß noch, dass ich das Design direkt sehr interessant fand. Mit dem bunten, pastellfarbenen Vintage-Zifferblatt und dem Kontrast aus schwarzen, gut lesbaren Zeigern und dem matten Gehäuse hat sie sofort mein Interesse geweckt. Ich mag die Vereinigung aus Vintage und Moderne und habe zudem eine nicht zu teure Sommeruhr gesucht und sie im Endeffekt in der Galo gefunden.

  • Galo Novo Cruisin‘ 318 Fakten:
  • Größe: 39mm
  • Dicke: 11.5mm
  • Ca. 70g
  • Lug to lug: 46.5mm
  • Bandanstoss: 20mm
  • Saphirglas 
  • Werk: Automatik Miyota 9039, ca. 42 Stunden Gangreserve
  • Wasserdicht: 100m (allerdings keine verschraubte Krone)
  • Preis: 430€ – plus 19% Einfuhrsteuer und 12€ Versand, also alles in allem ca. 530€
  • Webseite

Ich habe die Uhr im ersten Drop im März 2026 bekommen, es gab im Mai aber noch einen weiteren, und wenn ich die Website richtig verstehe, kommt absehbar auch noch ein weiterer. ich war also scheinbar nicht der Einzige, der die Uhr richtig gut fand. Aber eine Uhr online zu sehen und sie dann am Handgelenk zu tragen, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Deshalb war ich wirklich gespannt und schreibe auch diese kleine Review. Ich habe nämlich nicht viele online gefunden. Ich empfehle zum Einstieg diese auf Reddit.

Gallerie

Starten wir mit der Galerie. Ich habe extra keine Hochglanzfotos, sondern ganz normale Shots vom Handgelenk ausgewählt, weil man auf der Herstellerseite genug perfekte Fotos findet. Mich interessiert aber immer, wie eine Uhr aussieht, wenn man sie einfach mit dem Handy fotografiert. Hier also die Galo Novo Cruisin‘ in verschiedenen Situationen und Lichtverhältnissen, weiter unten packe ich auch noch ein paar Videos mit rein:

Bestellung und Lieferung

Zunächst hat sich die Lieferung etwas verzögert; in meinen Händen hatte ich sie ca. sechs Wochen nach der Bestellung. Das ist aber doch recht normal bei Microbrands und hat mich nicht gestört, auch wenn die Kommunikation von Galo etwas besser hätte sein können. Die Uhr kam nicht direkt aus Australien von Galo, sondern aus China. Dass die Uhr für den Preis nicht in Australien produziert oder veredelt wird, war klar. Aber ich hätte erwartet, dass zumindest eine Qualitätskontrolle gemacht wird, bevor die Uhren verschickt werden. Ich starte damit, weil auf Reddit doch einige Leute etwas enttäuscht waren, kleine Fehler auf dem Zifferblatt waren die gängigste Beschwerde. Und auch wenn rund 500€ in der Uhrenwelt tendenziell noch eher der Einstieg ist, sind 500€ doch genug Geld, um ein Produkt ohne Fehler zu erwarten. Mein Zifferblatt ist allerdings perfekt, selbst mit der Lupe finde ich keine Fehler. Allerdings hatte meine Uhr ein anderes Problem, das mir erst ein paar Wochen später aufgefallen ist: der Automatikrotor hatte die Tendenz festzusitzen, und so ist mir die Galo einige Male stehen geblieben.

Ich habe zum Glück einen netten Uhrmacher gefunden, der das schnell beheben konnte. Er meinte, Werk, Rotor und Gehäuse passen nicht richtig zusammen, was aber genau das Problem war, habe ich nicht genau verstanden. Seitdem läuft die Uhr auch völlig problemlos. Warum also mit dem Negativen beginnen? Weil mir das von Anfang an ein wenig den Spaß an der Uhr genommen hat. Ich hatte nicht die Erwartung, die Qualität einer Rolex zu bekommen, aber Fehler auf dem Zifferblatt und ein Rotor, der sich festläuft, finde ich selbst beispielsweise bei einer 200€ Timex nicht okay. Da muss Galo eine bessere Qualitätskontrolle hinbekommen. Das schaffen andere Microbrands auch und die Galo ist nicht meine erste Microbranduhr. Gleichwohl muss ich sagen, dass eine fehlerhafte Uhr noch kein objektives Qualitätsproblem ist, sondern dass ich auch einfach Pech gehabt haben kann. Aber genau das möchte ich nicht riskieren, wenn ich lange auf eine Uhr warte, sie im Preorder bekommen habe und mich wirklich einfach drauf freuen möchte.

Galo Novo Cruisin als Sommeruhr

Aber seitdem die Uhr einwandfrei läuft und ich ein bisschen den initialen Ärger vergessen habe, trage ich sie gerade jetzt im Sommer sehr regelmäßig. Meine Kleidung ist tendenziell recht gedeckt mit Grün, Braun, Grau und dunklen Blautönen und die Galo gibt so selbst einem einfachen Outfit aus Leinenhose und T-Shirt ein gewisses Etwas. Jedenfalls aus meiner Sicht, denn wie wir alle wissen, achten normale Menschen nicht auf die Uhren anderer Leute. Das bunte, aber dennoch nicht quietschige Zifferblatt sticht dennoch ins Auge. ich finde die Farbwahl ziemlich perfekt. Ich hatte eigentlich eine gelbe Sommeruhr gesucht, aber wie schon vor einiger Zeit auf Insta geschrieben, habe ich einfach nicht die passende Uhr gefunden. Die Galo aber trifft genau den Nerv, den ich für eine verspielte Sommeruhr haben wollte. Die Mitte ist ein gelb-weißer Gradientenverlauf, dann ein orangener, pink-roter und ein pastellgrüner Ring, die abgerundet werden von dem 12-Stunden-Stahlring, der nicht drehbar ist (warum sollte er auch). Der pastellgrüne Ring sieht zudem so aus, als wäre er etwas weniger hoch als der Rest des Zifferblatts. Das ist aber nur eine optische Illusion wegen des leicht gebogenen Saphirglases, was aber noch einen weiteren spannenden Effekt ins Design bringt.

Das Gehäuse

Das Gehäuse der Galo Novo Cruisin‘ ist mit seinen 39mm perfekt für mein Handgelenk (16.5cm Umfang) und die leicht gebogenen Lugs machen die Galo super bequem an meinem Handgelenk. Ich spüre sie fast nicht, obwohl die Uhr eine sehr angenehme Schwere hat. Ich konnte kein offizielles Gewicht der Uhr finden, also habe ich sie auf meiner Küchenwaage gewogen und mit Armband sind es ca. 70 Gramm und ist damit etwas schwerer als bspw. meine DUG Purist. Aber das fühle ich am Handgelenk gar nicht. Die Galo kommt mit zwei verschiedenen Armbändern, einem braunen Lederarmband und einem schwarzen Racing-Armband. Da mir Uhrenarmbänder mit eher normaler Abmessung (115mm/80mm) mir aber nicht richtig passen, habe ich sofort ein anderes drangemacht. Da musste ich tatsächlich auch etwas schauen, bis ich das perfekte gefunden hatte. Aber ich habe zum Glück mittlerweile so einige verschiedene Uhrenarmbänder zuhause. Ich habe zuerst ein Hirsch Osiris getragen, aber das war etwas zu dünn und dann war die Uhr nicht sehr bequem, aber dann habe ich ein Shell Cordovan von Nomos drangemacht und das ist genau richtig. Es ist deutlich dicker als das von Hirsch, aber immer noch kein dickes Uhrenarmband.

Die Galo Novo Cruisin‘ hat einen Gehäuseboden aus Glas auf der Rückseite und man sieht das Uhrwerk und den schwarzen Rotor, was ein nettes Feature ist, wenn man sonst nur verschraubte Böden an seinen Uhren hat, aber da ich mit der Omega CK859 und der Nomos Minimarik zwei wunderschön verzierte sichtbare Uhrwerke habe, ist das Miyota-Werk der Galo jetzt nichts Besonderes.

Schade finde ich, dass die Krone nicht verschraubt ist. Die Galo ist zwar 100m wasserdicht, aber um damit schwimmen zu gehen, würde ich mich mit einer verschraubten Krone sicherer fühlen. So ist die Galo Novo Cruisin‘ für mich zwar eine wunderbare Ergänzung meiner Sammlung; sie gibt mir den Sommer- und den Vintagevibe, nachdem ich gesucht habe, aber als Gada müsste ich mir sicher sein, dass die Uhr nicht nach dem Baden kaputt ist. Da sind andere sicher weniger übervorsichtig, aber gerade in Kombination mit dem Rotor ist die Uhr für mich dann eher Fashion als Tool. Was etwas schade ist, und ich hoffe Galo arbeitet an ihrer Qualitätssicherung. Denn ich suche gerade auch noch einen Skindiver und die Galo Super200 gibt mir ähnliche tolle Vintagevibes wie die Novo Cruisin‘ aber einer Uhr, die ich auch zum Schnorcheln nutzen möchte, muss ich vertrauen können.

Im Alltag

Aber ich habe die Galo im Biergarten getragen, beim Wandern in der Sächsischen Schweiz, auf einem Städtetrip nach Prag, zum Flanieren in Berlin und auch einfach im Alltag und im Büro. Überall hat sie eine gute Figur gemacht. Die Uhr ist wirklich vielseitig in ihrem Stil und passt sowohl zu klassischen Klamotten, um ein wenig Funk reinzubringen, als auch zu erdigen und naturnahen Farben. Ich trage nicht viele bunte oder farbenfrohe Sachen, deshalb kann ich nicht wirklich beurteilen, ob ich die Uhr dazu auch passend fände.

Fazit zur Galo Novo Cruisin‘

Ich mag die Uhr und trage sie diesen Sommer sehr regelmäßig. Ich habe eine große Rotation von ca. 20 Uhren und die Galo findet gerade an sonnigen Tagen immer wieder meine Begeisterung. Irgendjemand sagte mir mal, dass fast alle Uhren, die ich habe irgendwie einen Stock im Arsch haben und die Galo ist definitiv das genau gegenteil. Sie ist quirky, farbenfroh ohne kindisch zu sein und hat einen großartigen Vintagevibe. Nur bei der Qualitätssicherung muss Galo mich nochmal neu überzeugen, dann bin ich mir sicher, dass es nicht meine letzte Galo war.

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